Unsere Amseln - Seite 1

Eines Tages im Frühjahr 2004 kam Yvonne mit einer Hand voll frisch geborenen Amseljunges nach Hause, 3 Vögel waren es. Nackt und blind, versehen mit einem riesengroßen Hunger. Sie erzählte, die Vogeljungen hat sie auf der Strasse gefunden. Andere Mädchen haben berichtet, ein Junge hätte das in einem Gebüsch befindliche Nest der Amseln mit einem Stock zerstört. Nun waren sie also da und wir brachten es auch nicht übers Herz, sie einfach wieder auszusetzen. Tierärzte und das Tierheim, die wir in unserer Not angerufen hatten, machten uns keinerlei Hoffnung, die Vögel durchzubekommen. "Kinder, Vögel fressen Würmer", also versucht so viel wie möglich zu finden.



Ein Körbchen wurde ausgesucht, gefüttert mit einem weichen Tuch - fertig war der Nestersatz. Eine alte Wärmedecke wurde gefunden, um die Kleinen zu wärmen. Einige wichtige Regeln wurden den Kindern eingetrichtert: Die Vögel fasst nur die Mama an, jeder achtet darauf, das Pachuli den Vögeln nicht zu nahe kommt, und wenn alle die Wohnung verlassen, achten wir darauf, das die Tür zu dem Zimmer, in dem die Vögel sich aufhalten, immer geschlossen ist wegen der Katze.



Als die Kinder mit den Regenwürmern eintrafen, war es schon makaber. Die Kleinen rissen die Schnäbel auf, verschlangen den Wurm, und dieser kam wieder heraus gekrochen. Den Schnabel musste man zuhalten.



Am nächsten Tag hat sich Elke schlau gemacht, beim nächsten Tierarzt angerufen und wertvolle Tipps bekommen. Der nächste Schritt, erst einmal Vogelfutter kaufen. Dann haben wir uns auch an eine Aufzuchtsstation für Wildtiere gewandt, die uns dann auch das richtige Futter speziell für Amseln brachten. Wir haben in Wasser eingeweichte Beoperlen und Trockeninsekten aus der Tierhandlung als Brei verfüttert. Und so nach und nach bekam Elke Routine in ihrer Rolle als Ersatzvogelmutter. Erst aller halben Stunde füttern und das Nest reinigen, ein paar Tage später mussten Sie nur noch aller Stunde gefüttert werden. Zum Glück schliefen die Vögel im Dunkeln und piepsten nicht schon wieder nach Futter.



Ist das nicht süß, wie dieser Kleine am Morgen herausschaut? Wegen seines Haarbüschels am Kopf nannten wir ihn Punky.

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